Autismus Bücher

Valerie Paradiz: Hörst du mich? Leben mit einem autistischen Kind
Der deutsche Titel ist leider etwas verunglückt, aber das Buch ist verdammt gut. Nicht nur für Eltern.

Mark Haddon: Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone
Eine Empfehlung auch für alle, die sich eigentlich gar nicht für Autismus interessieren, sondern nur ein gutes Buch lesen wollen.

In English:

What is autism?

"There is no cure for being yourself."

Autism Culture

Autism Culture ist ein Projekt autistischer Menschen. Das Projekt soll eine autistische Kultur vorstellen, Bücher und Videos von Autist_innen rezensieren, Vorurteile und Pathologisierung abbauen. Wir werden über Konzepte wie Autistic Pride, autistische Kultur, und neurologische Vielfalt schreiben sowie darüber, wie es ist, als Autist in einer neurotypischen Kultur zu leben, über autistische Interessenvertretung, Autismus Bücher und anderes.

Autistische Kultur
Friday, 02 May 2008

Gibt es eine autistische Kultur? Ab wann kann man von Kultur sprechen? Ein häufiges Missverständnis ist, dass viele Leute unter Kultur nur Kunst, Literatur, Musik und ähnliches verstehen. Sicherlich gibt es autistische Künstler_innen, Autor_innen und Musiker_innen. Zu einer autistischen Kultur gehören aber nicht nur sie. Ich will hier nicht anfangen, die verschiedenen Kulturbegriffe umfassend zu analysieren, nur ein Beispiel sei hier genannt: „Die interkulturelle Kommunikation versteht unter Kultur ein gültiges Sinnsystem oder die Gesamtheit der miteinander geteilten verhaltensbestimmenden Bedeutungen.” (Quelle)

Seit Autist_innen miteinander über Internet kommunizieren, sei es via Blogs, Second Life oder auch in Foren, und dabei ein gemeinsames Sinnsystem entwickeln, ein geteiltes Wissen der Bedeutung von Verhaltensweisen, entsteht eine autistische Kultur. Dann wurde die Kommunikation ins "Real Life" getragen, Autisten treffen sich bei Autreat, Autscape und in vielen lokalen Gruppen. Sicher entsteht nicht an allen dieser Orte eine autistische Kultur - es gibt auch Gruppen von Autist_innen, die sehr stark an NT-Normen festhalten, ihre Treffen eher wie einen NT-Stammtisch organisieren und von den Mitgliedern ein Verhalten verlangen, das nach NT-Normen als akzeptabel gilt. Eine autistische Kultur entsteht nicht zwangsläufig, wenn sich Autist_innen treffen, sondern erst, wenn sie Autismus nicht mehr als Störung betrachten, die man behandeln oder zumindest verstecken sollte, sondern als einen Teil ihrer Identität; sie entsteht erst dann, Autist_innen sich selbst als Autist_innen gut finden.

Durch die Kommunikation und Interaktion autistischer Menschen, und vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie gemacht haben und machen, entstehen autistischer Humor und Satire, eigene Begrifflichkeiten und eigene Zeichensysteme (zum Beispiel die Anstecker in Ampelfarben, die besagen, ob eine Person angesprochen werden möchte oder nicht), akzeptierte und nicht akzeptierte Verhaltensweisen, neue Arten der Kommunikation. Sicher gibt es eine autistische Kultur, auch wenn sie noch in den Anfängen steckt.